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  • Tobias Frank

Digitalkompetenz - seit 2001


Die Digitalisierung trat im Jahr 2001 in mein berufliches Leben – und hat mich nicht mehr losgelassen. Damals war ich als Redakteur bei der wöchentlich (immer mittwochs) erscheinenden Lokalzeitung Wochenspiegel zuständig für die Ausgabe Adenau, einer Kleinstadt am Nürburgring. Verlag und Druckerei der Zeitung liegen einige Kilometer entfernt. Zunächst haben wir unsere Artikel und Fotos noch über einen verlagseigenen Kurierdienst in die Setzerei fahren lassen.


Die Umstellung auf ein internetbasiertes Redaktionssystem war dann der erste Schritt in die Digitalisierung. Der Kurierdienst wurde überflüssig, Fotolabore durch Software ersetzt, die wöchentlich erscheinende Zeitung konnte den Redaktions- und Anzeigenschluss verlängern. Der Verlag schaltete die Webseite eifellive.de frei. Wir Print-Redakteure mit festem Wochenrhythmus konnten auf einmal in Echtzeit online publizieren. Auch wenn es in dieser frühen Phase kaum Leser für die Onlineausgabe einer mikrolokalen Anzeigenzeitung gab, war es für unsere Arbeitsweise als Lokaljournalisten disruptiv - und setze den Startschuss für meine Reise von der analogen in die digitale Welt.


Vom Jamba SMS-Abo zur Facebook-Kampagne

Das erste Jahrzehnt der 2000er Jahre war geprägt von einer boomenden Handy-Kultur, mit Stilblüten wie den Jamba-Klingeltönen und SMS-Abo-Diensten. Dieses beruflich sehr neue Feld des SMS-Redakteurs reizte mich, und so fand ich mich in neuer Rolle bei einem Kölner Dienstleister für den Kunden Jamba wieder: Ob SMS-Liveticker am Bundesliga-Wochenende und zu Formel-1-Rennen, ob tägliche Horoskope, Wetter, Wirtschafts- oder Politik-Nachrichten: Im strengen Rahmen von 160 Zeichen brachten wir jede News und jeden Content auf den Punkt.

Um das Jahr 2005 herum gab es bereits die ersten spezialisierten Contentagenturen. Auch das musste ich ausprobieren und fand mich in einem zügig wachsenden Start-up wieder. Der Job bestand darin, die Internetseiten verschiedener Konzernteile der Deutschen Post zu pflegen. Frischer Content für Philatelie-Newsletter, Updates zur Packstation oder die Qualitätssicherung von Verlinkungen und Keyword-Listen im CMS entwickelten sich zu digitalbasierten Vollzeitjobs.


Meine nächste berufliche Station bei der PR-Agentur Ketchum: Bei der internationalen Netzwerkagentur mit Headquarter in den USA kam ich 2008 mit Facebook beruflich in Kontakt. Das Netzwerk startete im März 2008 seine deutsche Sprachversion, die Marktführer hierzulande waren noch StudiVZ, MySpace und SchülerVZ. Marketingkampagnen im deutschen Facebook waren damals exotisch. Bei Ketchum haben wir mit dem Netzwerk experimentiert, vor allem in der Markenpositionierung und der Endkundenkommunikation erwies sich das soziale Netzwerk schnell als sinnvoller PR-Kanal.


ImmobilienScout24 - ein Pionier der Immobilienbranche

Nimmt man ImmobilienScout24 als Teil der Immobilienwirtschaft wahr, muss man dieser Branche – entgegen der Klischees – eine führende Rolle in der Digitalisierung zusprechen. Immoscout wurde bereits 1998, zunächst als Offline-Unternehmen, gegründet. Damals waren in Deutschland rund 10 Prozent der Menschen online – also 90 Prozent offline. Rund 20 Jahre später ist es umgekehrt: Rund 90 Prozent der Deutschen sind jetzt online.


Als PR Specialist für ImmobilienScout24 war ich permanent an der Schnittstelle von Digitalwirtschaft und Immobilienbranche tätig – eine sehr spannende Aufgabe bei einem echten Grown-up der deutschen Digitalbranche. Die Tech-Branche bringt neuen Schub in die Arbeitswelt, agile Teams ersetzen starre Hierarchien, PR-Storytelling ist weit stärker strategisch gefordert – ohne das Handwerk der Pressearbeit zu vernachlässigen.


Die nächsten Schritte der Digitalisierung führen in Richtung künstliche Intelligenz, Bewegtbild und Sprachsteuerung. Das hat große Auswirkungen auf die Unternehmenskommunikation und wir werden noch einige Veränderungsprozessen in der PR miterleben.




#Digitalisierung #Immobilienwirtschaft

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